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Was tun, bei sechs Stunden Aufenthalt bei einem Transferflug über den Flughafen Istanbul ?

Unser Urlaub endete dank einer Corona Infektion, anders als erwartet. Und so mussten wir nach zwei Wochen Quarantäne im Zimmer des Urlaubshotels, auf unseren Direktflug nach Hause verzichten und über den Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen fliegen. Wir landeten ca. um 22 Uhr und hatten sechs Stunden Aufenthalt, in den klimatisierten Wartehallen des Flughafens vor uns. Wir überlegten uns Alternativen, da uns bewusst, dass wir eine weitere Nacht in einem Hotelzimmer nicht hätten verkraften können und es im Flughafen definitiv zu kalt war.

Unser kleines Abenteuer begann

Ein 10 jähriges Kind auf dem kalten Boden des Flughafen schlafen zu lassen kam für mich nicht in Frage. Ein Hotelzimmer hingegen war nicht zu finden und ehrlich gesagt, war es mir mental nach zwei Wochen Quarantäne nicht möglich. Wir mussten ohnehin, aufgrund des langen Aufenthalts, durch die Kontrollen hindurch, in den Außenbereich des Flughafen gehen. Also fragte ich Daniel wie lange er es mit Zehn Jahren schaffen würde, wach zu bleiben und ob er Lust hat auf ein kleines Abenteuer. Es musste ja alles im sicheren und einem Zehn-jährigen zumutbaren Rahmen blieben.

Die Koffer sind Ballast

Nach einer kurzen Suche fanden wir Schließfächer, in denen wir unser Gepäck verstauen konnten. Alles was uns unbequem oder zu schwer war, lagerten wir sorgfältig ein. Lediglich eine Flasche Wasser und der Fotoapparat kam mit.

Wie auf üblich, verstaute ich noch mein Geld in unterschiedlichen Taschen. Fünfzig Euro in der linken Hosentasche und hundert in der rechten. In der Jacke hingegen die kleinen Scheine. Vielleicht ist es etwas Aberglaube, so bei einem Taschendiebstahl nicht alles auf einmal zu verlieren. Was jedoch tatsächlich stimmt, ist dass es beim Handeln hilft, nicht gleich zu Beginn sein ganzes Budget zu offenbaren.

Wir gingen hinaus durch den Hauptausgang. Vor uns ein Schild in Richtung Behnsteig, rechts davon eine Bushaltestelle und links davon ein Taxistand. Ich hoffte, das der Plan, den ich mir ausgemalt habe auch so funktionieren würde.

Eine Städte Tour mit dem Taxi

Ich sprach die ersten beiden Taxifahrer an, wie viel uns ca. drei Stunden mit dem Taxi durch Istanbul kosten würden. Der erste Taxifahrer wollte oder konnte uns nicht verstehen, der zweite wollte dreihundert Euro haben. Das war nicht nur über meinem selbst gesetzten Budget, das in etwa auf der Höhe der Hotelkosten liegen sollte, es war meines Erachtens auch zu teuer.

Da hieß es, Ruhe bewahren und sich nicht verunsichern lassen. Problem war nur, dass zu lange Diskussionen Daniel zu sehr erschöpfen wurden. Wir gingen also die Reihe nach ab und fragten uns durch, um zu zeigen, dass wir es ernst meinen. Und unser Plan ging auf. Einer der Taxifahrer aus der ersten Reihe hat uns eine Fahrt für den halben Preis angeboten, nämlich 150 Euro. Ich griff in die Hosentasche und zeigte ihm die hundert Euro und wir wurden uns einig, dass er erst für diesen Betrag fährt und wir über eine weitere Stunde zu einem späteren Zeitpunkt sprechen würden, wenn ich es besser einschätzen könnte, wie lange Daniel noch durchhalten würde.

Der Taxifahrer war sehr freundlich und zeigte uns Istanbul aus Sicht des Berufsstandes. Die Stadt ist wirklich sehr schön und riesengroß. Wir fuhren gefühlt eine Ewigkeit immer geradeaus und genossen die bunten Lichter der Stadt entlang der Route. Wir hielten immer wieder an, um eine der Sehenswürdigkeiten zu betrachten und zu fotografieren.

Z. B. an einem geschmückten Platz zum nationalen Feiertag zu Ehren Atatürk oder dem Stadion von Besiktas

Dank Internet und dem Google Translator war sogar eine Kommunikation in nahezu Echtzeit möglich, trotz unterschiedlicher Sprachen.

Am Bosporus angekommen, hatten wir eine tolle Aussicht auf dem Taksim Platz. Die einheimischen ließen uns sogar einige male die Angel auswerfen und einer der fliegenden Händler lud uns auf einen traditionellen türkischen schwarzen Tee ein.

Kurz vor Schließung der letzten Lokale suchten wir eine Möglichkeit etwas zu essen. Der freundliche Taxifahrer zeigte uns ein Lokal, in dem er immer zum Gast ist und so luden wir ihn ein, mit uns zu essen. Das kleine Dankeschön für die schöne Nacht kam sehr gut an und hatten eine Menge Spaß.

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