>  Aktivität   >  Ist eine Wanderung in Guatemala auf den Vulkan Acatenango mit Kindern möglich?

Bei meiner Reise durch Guatemala gab es für mich persönlich ein unvergessliches Abenteuer zu erleben. Eine zweitägige Tour auf den knapp 4000 Meter hohen Vulkan Acatenango. Das spektakuläre dabei war für mich nicht die Wanderung selbst, sondern der atemberaubende Ausblick auf den Zwillingsvulkan Fuego. Aber ist diese Wanderung für Kinder bzw. Eltern mit Kindern empfehlenswert?

Für wen ist die Tour geeignet?

Eine Wandertour auf den Acatenango ist für groß und klein geeignet, da auch das Ziel in der Regel für alle Altersklassen sehr interessant ist und gegen Aufpreis genügend Unterstützung hinzugebucht werden kann. Ich habe einen Bericht gelesen, dass ein Paar mit einem 1,5-jährigen Kind die Tour gemacht hat. Allerdings mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung. Auf meiner Tour konnte ich ebenfalls eine Familie sehen, die zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren dabei hatten und die Wanderung erfolgreich gemeistert haben.

Es ist wichtig, dass man sein eigenes Tempo findet und sich nicht hetzten lässt.

Buchung einer Tour und Kosten

Als womöglich größte Einnahmequelle der kleinen Kolonialstadt Antigua, war die Buchung einer Wanderung bzw. Tour an vielen Orten möglich. Es gab verschiedene Varianten und dementsprechend auch verschiedene Preise.

Hier ein paar Beispiele:

  • Tagestour ca. 25 Euro
  • Zweitägige Tour zwischen 40 – 150 Euro
  • Dreitägige Tour ab 100 Euro

Ich hatte mich letztendlich für eine zweitägige Tour entschieden und rund 70 Euro beim Veranstalter CATravelers bezahlt.
Der Anbieter hatte für mich, was das Equipment angeht, einfach den besten Eindruck in puncto Sicherheit hinterlassen und zudem sehr gut Englisch gesprochen. Sollte es zu einer Notsituation kommen, möchte kein Vater oder Mutter sich auch noch Gedanken über veraltetes Material oder mangelndes Sprachverständnis machen. Trotz des Tourismus sind die üblichen Regeln einer Wanderung zu beachten, die für uns aus Deutschland heraus bereits aus dem deutschen Alpenverein (DAV) bekannt sein müssten. Es ist übrigens aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, den Vulkan ohne einen Guide zu besteigen.

Das Equipment

Ein Rucksack ist unbedingt notwendig, da je nach Veranstalter noch einiges an Equipment zum eigenen hinzukommt, was auch selbst transportieren werden muss. Ich hatte einen 50 Liter Rucksack und selbst nur wenige Snacks und drei Liter Wasser eingepackt. Vom Veranstalter gab es eine dicke Decke, Handschuhe, Mütze, Regenjacke, eine große Box mit drei Mahlzeiten und eine Stirnlampe dazu. Das alles hat fabelhaft in meinen Rucksack gepasst. Außerdem durfte ich kostenfrei eine Winterjacke und Wanderschuhe ausleihen. Ebenfalls wurde ein gefüllter Trinkrucksack (2 Liter) kostenlos angeboten. Bei z.B. zwei Kindern kommt einiges zusammen, was womöglich noch getragen werden könnte. Im Worst Case oder wenn die Kinder einige Schritte getragen werden möchten, ist der Träger u.U. zu erschöpft sich dann, um adäquat zu kümmern.

Wer nicht so viel Gepäck tragen möchte, kann seinen Rucksack auch von einem einheimischen Helfer für etwa fünf Euro hinauftragen lassen.

Die Wandertour

Da ich mir so gut wie alles ausgeliehen hatte, musste ich keine weiteren Vorbereitungen treffen. Bei Eltern kommen die üblichen Notfallmedikamente usw. hinzu.

Ich wurde um 8 Uhr morgens von meinem Hostel in Antigua abgeholt und mit 15 anderen Personen zu einer Ausrüstungsstation gebracht. Nachdem jeder sein Equipment bekommen hatte, ging es mit einem Kleinbus von Antigua zum Startpunkt los. Die einstündige Fahrtzeit wurde vom Veranstalter mit lustigen Wandergeschichten und Erfahrungen gut überbrückt. Am Startpunkt wurde dann noch schnell ein Gruppenfoto geschossen und schon ging es los. Es waren insgesamt vier Einheimische Tourguides dabei, die sich herzlich um die Gruppe gekümmert haben. Alle 30 Minuten wurde eine kurze Pause eingelegt, um die Gruppe wieder zu vervollständigen.

Um 12 Uhr Mittags gab es dann eine große Vesperpause. Während der Wanderung konnte man sehr gut beobachten, wie sich das Mikroklima und Terrain um einen herum verändert hat. Nach etwa 6 Stunden war das Ziel erreicht worden. Die Zelte waren bereits aufgebaut und mit jeweils 2 Schlafsäcken ausgestattet, sodass wir uns nicht mehr darum kümmern mussten. Wer schlafwandelnde Kinder hat, was nach dem Aufstieg eher nicht der Fall ist, und selbst schläft wie ein Bär, sollte die Kinder in der Nacht zusätzlich sichern oder das Zelt abschließen.

Auf dem Gipfel angekommen, sah man auch schon direkt große Rauchwolken vom 4 km entfernten Vulkan Fuego. Die Aussicht war eine der beeindruckendsten meines Lebens.

Das Basiscamp, was mit einigen Zweimannzelten und einem großen Lagerfeuer ausgestattet war, bot eine hervorragende Aussicht auf den feuer spuckenden Vulkan. Als die Dämmerung eintraf wurde es erst so richtig interessant, denn erst dann war auch die Lava deutlich erkennbar. Die Ausbrüche, die etwa alle 10 Minuten, mal stärker und mal weniger stark, zu verzeichnen waren, nahmen auch auf schlafende Touristen keine Rücksicht. Sensible Kinder sollten deshalb schon vor Beginn mit Spaß darauf vorbereitet werden.

Der Abstieg am nächsten Morgen ging sehr schnell voran und hatte mit meiner Gruppe lediglich 2 Stunden gedauert.

Für all diejenigen, die es eher gemütlich angehen wollen, gibt es die Möglichkeit ein Pferd zu mieten. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 30-50 Euro (One-Way).

Fazit

Wie oft im Leben hat man die Möglichkeit einen aktiven Vulkan aus nächster  Entfernung zu beobachten, oder? Alleine aus diesem Grund war die Tour für mich, eines meiner absoluten Favoriten auf der Reise.

Ich habe aber auch Reisende getroffen, die Pech hatten und den Vulkan aufgrund des Wetters, gar nicht erst zu Gesicht bekommen haben. Jeder muss sich selbst im Klaren sein, dass trotz Tourismus und den vielen Erleichterungen, der Aufstieg auf knapp 4000 Höhenmetern in der Natur ist und das Wetter um einen Vulkan herum unberechenbar ist. Ich war übrigens auch froh, dass ich ein gutes Equipment bekommen habe, da es in der Nacht auf bis zu 2°C abgekühlt ist. Bei Kindern ist dies zusätzlich zu beachten.

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